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Die zwei Gesichter des Cushing-Syndroms - Ein integrativer Blick auf Hund und Pferd


Als Tierhalter beobachten Sie Ihr Tier jeden Tag. Sie bemerken die subtilen Veränderungen: Der Hund, der plötzlich trinkt wie nie zuvor. Das Pferd, dessen Winterfell sich hartnäckig bis in den Sommer hält. Oft werden diese Zeichen als normale Alterserscheinungen abgetan. Doch dahinter kann sich eine der komplexesten hormonellen Erkrankungen verbergen, die unsere alternden Vierbeiner betreffen: das Cushing-Syndrom.


In meiner Praxis verbinde ich das solide Fundament der Schulmedizin (gelernte MFA) mit den sanften, regulierenden Ansätzen der Naturheilkunde. Gerade beim Cushing-Syndrom zeigt sich, wie kraftvoll diese Synergie sein kann. Denn es geht nicht darum, das eine gegen das andere auszuspielen, sondern darum, für Ihr Tier den bestmöglichen, ganzheitlichen Weg zu finden.


Das schulmedizinische Fundament – Unverzichtbar für Diagnose und Therapie


Bevor wir über eine naturheilkundliche Begleitung sprechen können, steht immer eine klare schulmedizinische Diagnose im Vordergrund. Diese ist das Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut.


Was ist Cushing?

Kurz gesagt, ist es eine chronische Überproduktion des Stresshormons Cortisol. Die Ursachen und Hauptsymptome unterscheiden sich jedoch erheblich zwischen Hund und Pferd.


Beim Hund (Hyperadrenokortizismus): Meist ausgelöst durch einen winzigen, gutartigen Tumor an der Hirnanhangdrüse (ca. 85%) oder seltener an einer Nebenniere (ca. 15%).


Leitsymptome: Enormer Durst und Harndrang, Heißhunger, Hängebauch, Haarausfall, dünne Haut, Hecheln.


Beim Pferd (PPID - Pituitary Pars Intermedia Dysfunction): Hier handelt es sich um eine altersbedingte neurodegenerative Störung. Dopamin-produzierende Nerven im Gehirn, die als „Bremse“ für die Hormonproduktion in der Hypophyse dienen, sterben ab. Die Bremse fällt aus, es kommt zu einer Hormonflut.


Leitsymptome: Langes, lockiges Fell (Hirsutismus) mit gestörtem Fellwechsel, Hufrehe, Muskelabbau (Senkrücken), Fettpolster über den Augen, Lethargie.


Die Diagnose ist entscheidend:

Mittels spezifischer Blutuntersuchungen und Hormon-Stimulationstests (wie dem ACTH-Stimulationstest oder dem Dexamethason-Suppressionstest beim Hund) erhalten wir ein klares Bild. Diese Diagnostik ist unerlässlich und kann nicht durch alternative Verfahren ersetzt werden. Eine reguläre Blutuntersuchung zu den speziellen Tests ist allerdings auch in meiner Praxis möglich, auch die ACTH Bestimmung für Pferde.


Die schulmedizinische Therapie ist oft der Anker der Behandlung. Medikamente wie Trilostan (für Hunde) oder Pergolid (für Pferde) sind hochwirksam, um die Hormonproduktion zu kontrollieren und die schlimmsten Symptome in den Griff zu bekommen.


Der ganzheitliche Überbau –

Wo die Naturheilkunde ansetzt


Hier beginnt die integrative Arbeit. Während die Schulmedizin die Hormon-Überproduktion direkt blockiert, zielt die Naturheilkunde darauf ab, den Körper in seiner Gesamtheit zu stärken, die Selbstregulation zu fördern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Wir bauen auf dem schulmedizinischen Fundament ein unterstützendes Gerüst auf.


Unsere Ziele in der naturheilkundlichen Begleitung sind:


  1. Unterstützung der Entgiftungsorgane: Die Leber muss sowohl die schulmedizinischen Medikamente als auch die Stoffwechsel-Abfallprodukte verarbeiten, die durch die Krankheit entstehen. Die Nieren sind durch den erhöhten Harndrang stark beansprucht.


  2. Regulation des Stoffwechsels: Cushing bringt den Zucker- und Fettstoffwechsel durcheinander. Das Risiko für Diabetes (Hund) oder Hufrehe (Pferd) steigt.


  3. Stärkung des Immunsystems: Ein hoher Cortisolspiegel unterdrückt das Immunsystem und macht die Tiere anfälliger für Infektionen.


  4. Verbesserung der Lebensqualität: Wir wollen Symptome wie Muskelschwäche, Lethargie und Hautprobleme lindern.


Meine therapeutischen Werkzeuge aus der Naturheilkunde


Basierend auf einer ausführlichen Anamnese und Untersuchung, sowie Labor (ohne Dexa und oder ACTH Stimmulation) erstelle ich einen maßgeschneiderten Plan, der folgende Bausteine enthalten kann (ist immer individuell zu gestalten, deshalb keine Selbsexperimente!!!!!)


Eine naturheilkundliche Therapie wird IMMER genau auf das Tier abgestimmt. Das erfordert dass das Tier vorstellig werden muss und eine ausgiebige Anamnese, Untersuchung und Diagnostik erfordert!


Phytotherapie (Pflanzenheilkunde):

westlich oder chinesisch

  • Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Besonders beim Pferd bekannt für seine dopaminähnliche, regulierende Wirkung auf die Hypophyse.

  • Mariendistel (Silybum marianum): Der Goldstandard zur Unterstützung und Regeneration der Leberzellen.

  • Ginseng & Taigawurzel (Adaptogene): Helfen dem Körper, besser mit Stress umzugehen und können die Energie und Vitalität verbessern.

  • Brennessel & Birke: Unterstützen sanft die Nierenfunktion.


Mykotherapie (Heilpilze):


  • Cordyceps: Gilt als Energie-Booster und kann die Nierenfunktion unterstützen.

  • Reishi: Wird als “Pilz des ewigen Lebens” bezeichnet, er wirkt ausgleichend auf das Immunsystem und unterstützt die Leber.


Ernährungsmanagement:

Dies ist ein entscheidender Pfeiler!


Für Hund & Pferd gilt: Eine kohlenhydratarme bzw. zuckerarme Diät ist essenziell, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.


Hund: Hochwertiges Protein zum Erhalt der Muskulatur, gesunde Fette (z.B. Omega-3) zur Unterstützung der Haut.


Pferd: Heu ad libitum (nach vorheriger Analyse des Zuckergehalts!), Verzicht auf zuckerreiches Gras, Getreide und Leckerlis. Ergänzung mit Mineralien, die den Stoffwechsel unterstützen (z.B. Zink, Mangan).


Akupunktur: Kann helfen, den Energiefluss

(Qi) zu harmonisieren, Schmerzen (z.B. bei Hufrehe) zu lindern und die Organfunktionen zu unterstützen.


Das integrative Zusammenspiel:


Cushing ist eine komplexe Erkrankung, die eine ebenso durchdachte Antwort erfordert. Ein rein schulmedizinischer Ansatz kontrolliert die Symptome, lässt aber oft den geschwächten Gesamtorganismus außer Acht. Ein rein naturheilkundlicher Ansatz kann die massive hormonelle Entgleisung oft nicht ausreichend bremsen.


Der integrative Weg bietet die Chance, beides zu tun:

Die Hormonproduktion medikamentös zu kontrollieren UND den Körper mit den Mitteln der Natur zu stärken, damit er mit der Krankheit und der Therapie besser zurechtkommt. So schaffen wir die besten Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität und viele weitere gute Jahre für Ihr Tier.


Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Tier betroffen sein könnte, oder möchten Sie eine bestehende Therapie ganzheitlich begleiten lassen? Kontaktieren Sie mich gerne für ein ausführliches Beratungsgespräch.


Haftungsausschluss: Dieser Blogbeitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Die hier genannten Therapieansätze müssen individuell auf das Tier abgestimmt werden.



 
 
 

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Saskia Hesseldenz-Moog 

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©2023 von Saskia Hesseldenz-Moog Tierheilpraktikerin

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